Die ersten Kritiken: Captain America – The First Avenger

Captain America (c) Paramount Pictures Germany

Nach dem Green Lantern bei Zuschauern und Kritikern durchgefallen ist, bleibt nicht mehr viel Hoffnung, wenn es um die Superhelden dieses Sommers geht. Als nächstes stellt sich Captain America: The First Avenger dem kritischen Auge der Kinobesucher. Kürzlich gab es in den USA die ersten Pressevorführungen und nun trudeln so langsam die ersten Reviews ein, die keineswegs einheitlich in ihrer Einschätzung des Films von Joe Johnston sind.

Über Twitter hat der ein oder andere bekannte Name den Film in 140 Zeichen eingeschätzt. So schreibt Peter Sciretta von /Film:

 Mir hat Captain America gefallen. Joe Johnston hat den perfekten Ton getroffen und es ist wahrscheinlich der beste erste Teil unter den Superheldenfilmen seit Iron Man. (Quelle)

Kevin Smith ging es ähnlich:

Wie erwartet hat Joe Johnston Captain America gerockt. [Der Film] ist elegant und macht so viel Spaß wie sein Rocketeer. Evans ist ein prima Rogers/Captain. Der Avengers Trailer hat eingeschlagen. (Quelle)

Nun zu den richtigen Kritiken. Bei The Film Stage hat Captain America – The First Avenger ein A- als Note bekommen. Autor Dan Mecca schreibt über den Film:

Johnston und seine Kollegen sind sich dessen bewusst, dass die Einführung eines Helden mehr mit sich bringt, als dessen Anzug und Gadgets zu zeigen [...]. Davor müssen wir uns dafür interessieren wer er/sie ist. Beim Höhepunkt dieses Films, der von Michael Powell und Emeric Pressburgers superben Irrtum im Jenseits inspiriert ist, interessieren wir uns dafür, was passiert. Wer gewinnt, wer verliert. Auch wenn es niemals wirklich in Frage steht, wer am Ende die Welt rettet, ist es schön, dass der Gute es wert ist, dass man mit ihm mitfühlt.

Weniger überzeugt zeigt sich Tom Grierson in seiner Kritik bei ScreenDaily:

Wo andere Superheldenfilme bewaffnet sind mit Pyrotechnik und übertriebenen Actionszenen, geht Captain America – The First Avenger mit seinem altmodischen Charme voran. Es ist schade, dass dies nicht ganz ausreicht, damit der Film funktioniert. Diese neueste Marvel-Beitrag ist ein selbstbewusst spießiges Stück Unterhaltung, dass mitten im zweiten Weltkrieg spielt und obwohl der Film einen ordentlichen Anteil Herz besitzt, kann seine Retro-Haltung nicht kompensieren, dass es sich hier um eine ansonsten ziemlich gewöhnliche Comic-Verfilmung handelt.

Beim Hollywood Reporter ist Kirk Honeycutt ebenfalls eher enttäuscht von Captain America – The First Avenger:

Captain America liefert Comic-Action, die alte wie neue Captain America-Fans zufrieden stellen sollte, während Chris Evans’ geradliniges, aber trotzdem einnehmendes Porträt eines Mannes, der nicht weiß, wie er einem Kampf aus dem Weg gehen soll, vielleicht die jungen Frauen zum Schmachten bringt und die Männer dazu, in ein Fitness Studio zu gehen. Trotzdem wird der Film andere fragend hinterlassen, besonders nach der langen Produktion und dem umfangreichen Marketing: Ist das wirklich alles?

Denn im Vergleich zu jüngeren Filmen fehlt Captain America die geschickte Machart, die reizvollen Interaktionen zwischen den Figuren und die anspruchsvollen narrativen Fähigkeiten von Marvels X-Men: Erste Entscheidung. und lassen wir es lieber gleich, den Film mit Christopher Nolans Batman-Reihe zu vergleichen.

Karina Longworth von der Village Voice bemängelt in ihrer Kritik ebenfalls die fehlende Tiefe von Captain America gerade in Hinblick auf den historischen Kontext:

Captain America sucht sich eine multi-ethnische Schar von Soldaten zusammen, um seine Elitemissionen auszuführen, aber es gibt kaum mehr als eine einzige Erwähnung der ideologischen Abgründe, welche die damalige Zeiten heimsuchten – und folglich zu den ursprünglichen anti-faschistischen Captain America-Comics führten. Wofür kämpft also Captain America? Anscheinend für nicht mehr und nicht weniger als die Länge seines Auftritts in The Avengers.

Captain America – The First Avenger startet am 18. August in den deutschen Kinos.

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